Dreiklänge einfach erklärt
Dur, Moll, vermindert und übermäßig, mit Umkehrungen und kostenlosem PDF
Dreiklänge sind die Basis jedes Akkords. Hier findest du alle vier Dreiklangstypen in Noten und auf der Klaviatur und lernst, wie du Dreiklänge Schritt für Schritt bildest und bestimmst. Außerdem zeigen wir dir die Umkehrungen und die Stufenakkorde einer Tonart. Dazu gibt es ein kostenloses PDF und ein Video.
Was ist ein Dreiklang?
Ein Akkord ist ein Zusammenklang von drei oder mehr Tönen, die gleichzeitig erklingen. In seiner Basis besteht jeder Akkord aus einem Dreiklang. Der hat, wie der Name sagt, drei Töne: den Grundton und zwei übereinander geschichtete Terzen. Der Grundton gibt dem Akkord auch seinen Namen.
Da es große Terzen mit vier Halbtonschritten (HTS) und kleine Terzen mit drei HTS gibt, entstehen vier verschiedene Dreiklangstypen. Wie du Terzen am Gehör erkennst, zeigen wir dir im Beitrag Intervalle mit Liedanfängen lernen.
Die vier Dreiklangstypen
Hier siehst du alle vier Typen vom Ton c aus. Bei den Noten steht 3 für eine große Terz und ♭3 für eine kleine. Die Klaviatur zeigt den Grundton in Dunkelblau und die beiden anderen Töne in Türkis.
Dur-Dreiklang
C4 + 3 HTS. Große Terz, darüber kleine Terz, zusammen eine reine Quinte.
Hat einen stabilen Klang, der oft als fröhlich oder aufmunternd wahrgenommen wird.
Moll-Dreiklang
Cm3 + 4 HTS. Kleine Terz, darüber große Terz, zusammen eine reine Quinte.
Wird eher als melancholisch, verträumt oder manchmal traurig wahrgenommen.
Verminderter Dreiklang
C°3 + 3 HTS. Zwei kleine Terzen, zusammen eine verminderte Quinte, der Tritonus.
Klingt spannungsreich und wird oft als Übergang eingesetzt, zum Beispiel in Filmmusik.
Übermäßiger Dreiklang
C+4 + 4 HTS. Zwei große Terzen, zusammen eine übermäßige Quinte.
Klingt etwas ungewöhnlich und taucht von Jazz über Filmmusik bis zu zeitgenössischer Musik auf.
Dur- und Moll-Dreiklänge unterscheiden sich in nur einem Ton, der Terz. Sie bestimmt das Tongeschlecht. Wie ein Klang auf dich wirkt, hängt aber auch vom musikalischen Kontext ab und ist ziemlich individuell.
Mehr zu den beiden spannungsreichen Typen findest du im Video Verminderte und übermäßige Dreiklänge.
Dreiklänge Schritt für Schritt bilden
Grundton notieren
Schreib zuerst den Grundton ins Notensystem. Du willst hier D-Dur bilden, also steht dort ein d.
Zwei Terzen darüber
Notiere zwei weitere Noten im Abstand einer Terz. Alle drei liegen dann auf den Linien oder alle in den Zwischenräumen.
Untere Terz prüfen
Zähl die HTS von unten bis zur mittleren Note. Für Dur brauchst du vier, zwischen d und f sind es aber nur drei. Mit einem ♯ wird daraus fis.
Quinte prüfen
Zähl die HTS vom Grundton bis zum obersten Ton. Bei Dur müssen es sieben sein, von d bis a passt das. Fertig ist D-Dur: d, fis, a.
Dreiklänge bestimmen
Andersherum geht es genauso. Der unterste Ton ist in der Grundstellung der Grundton. Dann zählst du die HTS bis zur mittleren Note und bis zum obersten Ton:
Terz: 4 HTS
Quinte: 7 HTS
Terz: 3 HTS
Quinte: 7 HTS
Terz: 3 HTS
Quinte: 6 HTS
Terz: 4 HTS
Quinte: 8 HTS
Beispiel
Der Grundton ist e. Bis zum g sind es drei HTS, bis zum b sechs. Dieser Akkord heißt also E vermindert, kurz E°.
Dreiklangs-Umkehrungen
Bisher lag der Grundton immer ganz unten. Das ist die Grundstellung. Von einer Umkehrung spricht man, wenn ein anderer Ton der tiefste ist. Ein Dreiklang kann also in drei Stellungen stehen, hier am Beispiel E-Dur:
Grundstellung
Der Grundton liegt unten. Alle Töne haben den gleichen Abstand, das sieht aus wie ein Schneemann.
1. Umkehrung
Die Terz liegt unten, oben entsteht eine Lücke. Klassisch heißt sie Sextakkord.
2. Umkehrung
Die Quinte liegt unten, die Lücke ist unten. Klassisch heißt sie Quartsextakkord.
Umkehrungen machen Akkordwechsel einfacher und bringen Abwechslung in eine Akkordfolge. Für eine schöne Stimmführung kannst du dir merken: Gleichbleibende Töne bleiben liegen, die anderen nehmen den kürzesten Weg.
Mehr zu den Umkehrungen findest du im Video Dreiklangs-Umkehrungen.
Dreiklänge in einer Tonart
Baust du auf jedem Ton einer Tonleiter einen Dreiklang nur aus Tönen dieser Tonleiter, entstehen die Stufenakkorde. Sie passen gut zueinander und sind ideal fürs erste Songwriting.
In jeder Dur-Tonart ist die Reihenfolge gleich: Auf den Stufen I, IV und V liegt ein Dur-Dreiklang, auf II, III und VI ein Moll-Dreiklang und auf VII ein verminderter Dreiklang. Mit dem Quintenzirkel und seiner Schablone findest du die Akkorde in jeder Tonart. Mehr dazu erfährst du im Video Die Stufentheorie.
Akkordsymbole schreiben nicht vor, in welcher Umkehrung du einen Akkord spielst. Du kannst die Stellung also selbst wählen. Wie du die Symbole liest, zeigen wir dir im Video Akkordsymbole richtig lesen.
Häufige Fragen zu Dreiklängen
Welche Dreiklänge gibt es?
Es gibt vier Typen: Dur, Moll, vermindert und übermäßig. Sie unterscheiden sich durch die Kombination aus großen und kleinen Terzen.
Was ist der Unterschied zwischen Dur- und Moll-Dreiklang?
Beim Dur-Dreiklang liegt unten eine große Terz, beim Moll-Dreiklang eine kleine. Grundton und Quinte sind gleich, nur die Terz ist anders.
Wie erkenne ich die Umkehrung eines Dreiklangs?
Schau auf den tiefsten Ton. Ist es der Grundton, steht der Akkord in Grundstellung. Liegt die Terz unten, ist es die 1. Umkehrung, liegt die Quinte unten, die 2. Umkehrung.
Woraus besteht ein C-Dur-Dreiklang?
Aus den Tönen c, e und g. Das sind der erste, dritte und fünfte Ton der C-Dur-Tonleiter.
Gibt es die Dreiklänge als PDF?
Ja, du kannst dir die Übersicht der Dreiklangstypen als PDF kostenlos herunterladen. Weitere Übersichten findest du bei unseren Musiktheorie PDFs, weitere Erklärungen bei unseren Musiktheorie-Beiträgen.
So geht’s weiter
Musik muss klingen! Spiel die vier Typen am besten gleich auf deinem Instrument und hör, wie sich der Charakter ändert.
Zum Üben passen die WORKSHEETS 1 mit Dur, Moll und Umkehrungen und die WORKSHEETS 2 mit allen vier Typen. Ausführlich erklären wir das Thema in unserem Buch.



