Vorzeichen in der Musik einfach erklärt
Kreuz und B, alle Tonarten in Violin- und Bassschlüssel und ein kostenloses PDF
Vorzeichen zeigen dir, welche Töne in einem Stück erhöht oder erniedrigt werden und in welcher Tonart es steht. Hier findest du den Unterschied zwischen Kreuz und B, die Vorzeichen aller Tonarten und zwei Tricks, mit denen du die Tonart direkt ablesen kannst. Dazu gibt es ein kostenloses PDF und ein Video.
Was sind Vorzeichen?
Vorzeichen stehen am Anfang der Notenzeile direkt hinter dem Notenschlüssel. Sie verändern bestimmte Stammtöne um einen Halbtonschritt (HTS), und zwar dauerhaft und in allen Oktavlagen. Stammtöne sind C, D, E, F, G, A und H, also die weißen Tasten auf dem Klavier. Es gibt zwei Zeichen dafür.
Das Kreuz (♯)
Erhöht einen Ton um einen HTS. An den Namen hängst du -is: Aus c wird cis, aus f wird fis.
Das B (♭)
Erniedrigt einen Ton um einen HTS. An den Namen hängst du -es oder -s: Aus d wird des, aus a wird as.
Das erniedrigte H heißt nicht Hes, sondern B. Das muss man sich leider einfach merken. In der englischsprachigen Musiktheorie heißt dieser Ton Bb und unser H einfach B.
Die schwarzen Tasten haben also immer zwei Namen. Welcher gilt, hängt vom musikalischen Kontext und der Tonart ab. Mehr dazu zeigen wir dir im Video Kreuz oder B: wann -is und wann -es.
Vorzeichen, Versetzungszeichen und Auflösungszeichen
♯ und ♭ können an zwei Stellen stehen, und das macht einen großen Unterschied. Dazu kommt ein drittes Zeichen, das eine Veränderung wieder aufhebt.
Vorzeichen
Stehen hinter dem Notenschlüssel und gelten im ganzen Stück und in allen Oktavlagen. Hier wird jedes F als Fis gespielt, ohne dass vor den Noten noch ein ♯ steht.
Versetzungszeichen
Stehen direkt vor einer Note und gelten nur bis zum Ende des Takts und nur in dieser Oktavlage. Im nächsten Takt ist das as’ wieder ein a’.
Auflösungszeichen (♮)
Hebt ein Versetzungszeichen oder Vorzeichen auf, ebenfalls bis zum Ende des Takts und in derselben Oktavlage.
Manchmal kommen auch doppelte Versetzungszeichen vor. Ein Doppelkreuz (𝄪) erhöht um zwei HTS und hängt -isis an den Namen, ein Doppel-B (♭♭) erniedrigt um zwei HTS und hängt -eses an.
Die Vorzeichen aller Tonarten
Zu jeder Tonart gehört eine feste Anzahl von Vorzeichen. Dur und die parallele Moll-Tonart teilen sich dabei dieselben. Hier siehst du alle Tonarten im Violinschlüssel und im Bassschlüssel:
C-Dur und die ♯-Tonarten
Die ♭-Tonarten
Fis-Dur und Ges-Dur klingen gleich, sie sind nur anders notiert. Wie die Tonarten zusammenhängen, zeigt dir unser Beitrag Den Quintenzirkel einfach erklärt. Die Übersicht im Violinschlüssel gibt es auch als kostenloses PDF.
Die Reihenfolge der Vorzeichen
Vorzeichen kommen immer in derselben Reihenfolge und stehen immer an derselben Position. Eine Tonart mit drei Kreuzen hat also automatisch fis, cis und gis, eine mit drei B automatisch b, es und as.
♯: fis, cis, gis, dis, ais, eis
♭: b, es, as, des, ges, ces
Merken musst du dir die Reihenfolge nicht unbedingt, du kannst sie im Quintenzirkel ablesen. Wie das geht, siehst du auch in unserem kurzen Video zur Reihenfolge.
Die Tonart an den Vorzeichen erkennen
Mit zwei Tricks kommst du schnell auf die Dur-Tonart, ohne im Quintenzirkel nachzuschauen.
Bei ♯: Geh vom letzten Kreuz einen HTS nach oben. Hier ist gis das letzte Kreuz, also steht das Stück in A-Dur.
Bei ♭: Das vorletzte B ist der Grundton. Hier ist es das es, also Es-Dur. Bei nur einem B ist es F-Dur.
Ob das Stück wirklich in Dur steht oder in der parallelen Moll-Tonart, verraten die Vorzeichen allein nicht. Das hängt vom tonalen Zentrum ab, also davon, welcher Ton sich als Ruhepol anfühlt. Start- und Schlussakkord können ein Hinweis sein, sind aber keine Garantie. Mehr dazu findest du im Video Wie erkenne ich die richtige Tonart?
Häufige Fragen zu Vorzeichen
Was ist der Unterschied zwischen Vorzeichen und Versetzungszeichen?
Vorzeichen stehen hinter dem Notenschlüssel und gelten im ganzen Stück in allen Oktavlagen. Versetzungszeichen stehen direkt vor einer Note und gelten nur bis zum Ende des Takts in derselben Oktavlage.
Was bedeutet ein Kreuz in den Noten?
Es erhöht den Ton um einen Halbtonschritt. An den Namen des Stammtons wird -is gehängt, aus f wird also fis.
Was bedeutet ein B in den Noten?
Es erniedrigt den Ton um einen Halbtonschritt. An den Namen wird -es oder -s gehängt, aus e wird also es. Das erniedrigte H heißt B.
Welche Tonart hat keine Vorzeichen?
C-Dur und die parallele Tonart A-Moll.
Gibt es die Vorzeichen als PDF?
Ja, du kannst dir die Vorzeichen im Violinschlüssel als PDF kostenlos herunterladen. Weitere Übersichten findest du bei unseren Musiktheorie PDFs, weitere Erklärungen bei unseren Musiktheorie-Beiträgen.
So geht’s weiter
Nimm dir am besten gleich ein Stück, das du gerade spielst, und schau, welche Vorzeichen am Anfang stehen und welche Töne sie verändern.
Zum Üben passen die WORKSHEETS 2 mit Arbeitsblättern zu Tonarten und Vorzeichen. Ausführlich erklären wir das Thema in unserem Buch.



